NEUES von der „IG Fluglärmschutz im Bürgerverein Kleineichen e.V."

zur  Königsforstabflugroute :

Update 27.03.2020

was bisher geschah (s. auch frühere, detailliertere Darstellungen auf dieser Seite):

 

Durch die unabgestimmte Wegnahme eines wichtigen Wegepunkts aus der Abflugroute über den Königsforst im Frühsommer 2019 kam es zu massiv erhöhter Lärmbelastung in Rösrath (Kleineichen und Forsbach). Trotz offizieller Versprechungen der Verantwortlichen auf einer Bürgerversammlung am 22.Oktober 2019 baldmöglichst zum alten Zustand zurückzukehren und trotz mehrfacher Interventionen der IG Fluglärmschutz Kleineichen hatte es zunächst ein halbes Jahr keinerlei Bewegung für eine Korrektur gegeben. Erst dann wurde in der Fluglärmkommission im März 2020 ein erster unbefriedigender Beschluss gefasst, der sich nur auf Flugzeuge der Airbus-Familie bezog.

 

Die IG intervenierte erneut und konnte zunächst die Unterstützung der Stadt Rösrath für eine Klage gegen den Eingriff der Flugsicherung gewinnen. Im Verbund mit den wichtigsten politischen Spitzen der Stadt konnte dann in Folge einer gemeinsamen Sitzung mit Verantwortlichen der Fluglärmkommission zumindest ein erster Schritt zur Verbesserung erreicht werden. Die (Rück-)Verlegung des entscheidenden Abknickpunktes DK 034 um knapp 400 m für alle „leichteren“ Flugzeugtypen ( unter 98 t maximalem Startgewicht) Richtung Köln (Rath-Heumar) versprach zumindest erste Linderungen für die lärmgeplagten Rösrather. Denn es waren in den Aufzeichnungen speziell diese leichteren Maschinen, die durch besonders engen Kurvenflug besonders nah an Rösrath heran gerieten.

 

Die Betroffenen mussten jedoch davon ausgehen, dass damit nur ein erster Schritt zur Wiederherstellung der Normalität getan war (sofern man bei einem Flughafen in der wohngebietsnahen Lage des Köln-Bonner Airports überhaupt von „Normalität“ sprechen sollte).

 

Leider zeigen die aktuelle Lärmentwicklung und die ersten Auswertungen von Flugspuren, dass durch die seit dem 28.02.2021 wirksame Maßnahme noch weniger Effekt erzielt wurde, als vorsichtig erhofft. Da im Moment fast nur Frachtflug stattfindet, sind zwar zum einen nur wenige der leichteren Maschinen unterwegs, auf die die Verlegung wirken sollte. Allerdings zeigt sich auch der Nachteil, dass besonders schwere - und damit laute - Maschinen noch immer den alten Abdrehpunkt näher an Rösrath nutzen können, auch wenn diese leer starten. Sie können dann sehr eng „abbiegen“ und fliegen naturgemäß extrem dicht an Rösrath vorbei.

 

Außerdem wird sichtbar, dass auch die beladenen schweren Maschinen beim früheren Abbiegen ohne den alten Kurvenmittelpunkt immer noch einiges näher an Rösrath herankommen, als das vor der Entnahme des Punktes der Fall war. Hier war vermutet worden, dass diese Maschinen durch ihr Gewicht ohnehin relativ weit Richtung Köln „gedrückt“ würden, was aber nur teilweise eintritt.

 

Wie zu befürchten war, zeigt sich demnach, dass der erste Kompromiss der Fluglärmkommission nicht ausreichend war. Leider konnte für Rösrath in der ersten Phase nicht mehr erreicht werden, weil es schon schwierig genug war, den ursprünglichen, fehlgeleiteten und offenbar auch einer manipulierten Darstellung geschuldeten Beschluss der Fluglärmkommission überhaupt ein wenig zu korrigieren.

 

In der nächsten Sitzung der Kommission Ende April 21 ist vorgesehen, die Entwicklung der Flugspuren gesamthaft zu überprüfen. Als Vertreter der Stadt Rösrath wird es für den Abgeordneten der Grünen, Herrn Friedhelm Weiß, darum gehen, weitere Maßnahmen für eine deutlich bessere Annäherung an den früheren Zustand zu verhandeln. Er wird dabei von der IG Fluglärmschutz Kleineichen maximal unterstützt werden.

 

 Für die IG Fluglärmschutz Kleineichen

 

 gez. Robert Freund, 2021-03-27

Update 03.10.20:

Inzwischen stimmt das erfreuliche Ergebnis einer Sitzung der Fluglärmkommission (FLK) des Köln-Bonner Flughafens verhalten optimistisch. Die FLK hat am 24.9.20 einer Verlegung des für Kleineichen entscheidenden Abdrehpunkts DK034 um 0,2 NM Richtung Köln (Rath-Heumar) zugestimmt. Diese Entscheidung bezieht sich jetzt – anders als in einem früheren Entscheid - auf alle Flugzeugtypen unter 98 Tonnen maximales Startgewicht (MWTO). Damit wird zunächst der Abflug der für Kleineichen schwierigsten und häufigsten „Krachmacher“ (neben Airbus vor allem die sehr vielen Boeing der 737-Serie) wieder um knapp 400 m von Kleineichen weg verlegt. Die schwereren Maschinen (über 100 Tonnen Startgewicht) fliegen nach den vorliegenden Auswertungen im Schnitt bereits jetzt meist jenseits der Mitte näher an Rath-Heumar heran. Die Wirkungen der Entscheidung im einzelnen müssten ab Ende Februar zu bemerken sein und sind dann genau weiter nachzuverfolgen. Die IG Fluglärmschutz Kleineichen wird dran bleiben , denn sie  erwartet mindestens für die Flugzeuge der Airbus-Familie noch Nachbesserungsbedarf. Zudem bleibt ein intensiver Kontakt zur DFS bestehen. Denn auf Sicht soll das letztlich zum exakt und stabil mittigen Königsforstüberflug führende Radius-to-fix-Verfahren sicher gestellt werden.

Update 08.08.20

Erster Schritt in die richtige Richtung, ein Zweiter MUSS folgen

 

Am 06.08.2020 fand im Bürgerform Hoffnungsthal auf Einladung von Bürgermeister Mombauer ein Gespräch zur „Königsfrostabflugroute“ statt. Neben fünf Vertretern der IG aus Kleineichen waren eingeladen und anwesend : Frau Wieja (Vorsitzende der Fluglärmkommission), Herr Ertler ( Chef der Verfahrensplanung  der DFS) , Herr Klinger ( Bez.Reg. Düsseldorf, Vorsitzender des Technischen Arbeitsausschusses für Lärmminderungsmaßnahmen ), Herr Partsch (Flughafen Köln/Bonn) und Vertreter aus der Kommunalpolitik, darunter die Fraktionsspitzen von CDU, SPD, Grüne und FDP.

Von 18 bis nach 21 Uhr wurde die bekannte Problemstellung sehr intensiv  und im Ergebnis konstruktiv erörtert. Die Lage der Stadtteile Kleineichen und Forsbach außerhalb der gesetzlichen Lärmschutzzone und damit ohne jeglichen Anspruch auf  passive Lärmschutzmaßnahmen (im Gegensatz dazu z.B. Rath-Heumar ) , die entstandene besondere Betroffenheit im Nachtflugbetrieb und eine neue gemessene  „Spitzenannäherung“ an Kleineichen von 1600 m konnten die Vertreter der IG nachdrücklich verdeutlichen.

Als Sofortmassnahme und damit als erster Schritt zur Rückkehr auf die konsensuale „Ideallinie“ über den Königsforst soll erfolgen:

Das bereits nach Beschluss der Fluglärmkommission vom 10.03.2020 eingeleitete Verwaltungsverfahren zur Verlagerung des sog. Abdrehpunktes DK034 um 0,2 NM (entspicht ca. 370 m ) für Airbusmaschinen soll auf sämtliche Fluggeräte ausgeweitet werden; das könnte zumindest auch im Nachtbetrieb eine geringfügige Lärmreduzierung bewirken – diese Maßnahme könnte dann Ende Januar 2021 greifen. Der Flughafen ist aufgefordert,  kurzfristig eine spezifische Auswertung für die „Nicht-Airbusse“ zu erarbeiten, damit die Fluglärmkommission per Videokonferenz den Beschluss vom 10.03.2020 auf sämtliche Fluggeräte ausweiten kann.

Als zweiter Schritt und „Königsmaßnahme“

Zur tatsächlich vollständigen Rückkehr zur bisherigen Ideallinie über den Königsforst müssen die vorgelegten Entwürfe für ein „Radius-to-fix“-Verfahren überarbeitet werden; die bisherigen Entwürfe basieren auf zu kleinen Radien, die von der ICAO nicht genehmigt werden. Mit neuen, von der DFS gestern bekanntgegebenen Parametern, scheint jedoch eine „Radius-to-fix“-Lösung konstruierbar. Je zügiger dieser Vorschlag genehmigungsfähig konstruiert wird, um so schneller kann er die v.g. Sofortmassnahme ersetzen und führt damit zu den bekannten Konsensbeschlüssen der Fluglärmkommission zur  Wiederherstellung  der Ideallinie für den Königsforstüberflug. Der „Pferdefuss“ dabei ist ein bis zu 15 Monaten dauerndes Verwaltungs-bzw. Genehmigungsverfahren. Zwischen DFS und IG Fluglärmschutz wurde eine direkte Arbeitsebene vereinbart, damit weitere zeitliche Verzögerungen vermieden werden.

Zweiter Schritt (Plan B) :

Sollte auch das v.g. Radius-to-fix-Verfahren nicht genehmigungsfähig entwickelt werden können, muss der sog. „Abdrehpunkt DK034“ um ein weiteres Stück ( insgesamt bis zu 0,6 NM) weiter nach Nordwest verlagert werden, um die bereits bestehende Konsens- und Beschlusslage in der Fluglärmkommission zur Ideallinie über den Königsforst tatsächlich auch umsetzen zu können.

Fazit :

Im Termin am 06.08.2020 bei  BM Mombauer  konnte die IG mit Unterstützung der kommunalen Politik nach intensiver Darstellung und Erörterung  Zugeständnisse in einem bereits laufenden Verwaltungsverfahren und einen konkreten Ausblick für die Rückkehr zur Ideallinie über den Königsforst erreichen  ; die IG Fluglärmschutz Kleineichen will über ein gezeichnetes Protokoll die Zusagen von gestern „wasserdicht“ verfestigen.

 

2020-08-07       IG Fluglärmschutz im Bürgerverein Kleineichen e.V.

Messstelle für Fluglärm


Seit dem 27. Februar 2007 betreibt der Bürgerverein Kleineichen die Fluglärmmessstelle in Rösrath-Kleineichen. Die Messstelle befindet sich auf dem Dach des Bürgerzentrums am Schulweg. Dabei handelt es sich um eine kalibrierte Messstelle, d. h. die Genauigkeit der Messstelle ist exakt justiert und daher garantiert aussagekräftig.

 

Die Messwerte und eine Vielzahl an weiteren Informationen sind jederzeit im Internet abrufbar.

Eventuelle Beschwerden über Fluglärmbelästigungen können direkt von der Anzeigeseite aus gestellt werden.

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